Ein Hosting-Anbieter für WordPress stellt Speicherplatz und Serverinfrastruktur bereit, damit eine Website online geht und erreichbar bleibt. Ohne diese Basis bleibt jedes Projekt für Besuchende unsichtbar. Die Anbieter setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte: beim Speicherplatz, bei den Preisen, beim Serverstandort und beim Support. Ein Blick auf die einzelnen Unternehmen zeigt, wie verschieden die Angebote ausfallen.
IONOS: Der Anbieter aus Rheinland-Pfalz zählt zu den größten europäischen Webhosting-Unternehmen, wurde 2018 gegründet und ging aus der Marke 1&1 hervor. Der aktuelle Kundenstamm liegt bei etwa 6 Mio.
STRATO: Wurde 1997 gegründet und verfügt über einen Kundenstamm von über 2 Mio. Der Anbieter aus Berlin hostet Domains, Websites, Shops und E-Mail-Postfächer und setzt auf den Serverstandort Deutschland.
United Domains: Wurde 2000 gegründet und hat einen Kundenstamm von etwa 300.000. Das Unternehmen aus Starnberg ist auf internationale Domain-Registrierungen spezialisiert und bietet mehr als tausend Domain-Endungen an.
Web.de: gegründet 1995, Kundenstamm ca. 17 Mio. Was in Karlsruhe als ein rein deutschsprachiges Webverzeichnis begann, ist heute einer der führenden deutschen E-Mail-Anbieter.
world4you: gegründet 1998, Kundenstamm liegt bei etwa 130.000. Der Anbieter aus Linz gilt in der Branche als einer der führenden Webhoster von Österreich und größter Registrar von .at-Domains.
Bei der Wahl eines Hosting-Pakets für WordPress lohnt es sich, vom Großen zum Kleinen zu denken. Überlegen Sie zuerst, welche Basis-Features für Ihr Projekt unverzichtbar sind und worauf Sie besonderen Wert legen. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, den passenden Anbieter einzugrenzen.
Stellen Sie nur Ihr Restaurant kurz vor, verfolgen Sie ein privates Hobby-Projekt oder planen Sie einen Online-Shop, an dem mehrere Leute arbeiten? Davon hängt ab, wie viel Speicherplatz (Webspace) Sie benötigen und ob mehrere Domains sinnvoll sind, etwa um Shop und Blog zu trennen. Auch die Zahl der E-Mail-Postfächer zur Domain Ihrer Website richtet sich nach dieser Antwort.
Gemeint sind nicht die Inhalte, die Sie öffentlich zeigen, denn die sind ohnehin frei zugänglich. Es geht um personenbezogene Daten: Melden sich Besuchende bei Ihnen an, oder wickeln sie Einkäufe und Zahlungen über Ihren Online-Shop ab? Sobald mehr im Spiel ist als Reiseberichte aus einem Blog, gewinnt der Datenschutz an Bedeutung. Sicherheitsfunktionen sollten dann im Vergleich der Hosting-Pakete für WordPress ein hohes Gewicht bekommen.
Notieren Sie schriftlich, welche Kriterien ein Anbieter für WordPress zwingend erfüllen muss, damit er zu Ihrem Projekt passt. Vielleicht brauchen Sie viele E-Mail-Postfächer oder zahlreiche Subdomains, weil Sie Ihre Website in mehreren Sprachen anbieten. Vielleicht sind Ihnen bestimmte Plugins oder Shop-Funktionen wichtig. Halten Sie fest, was zählt, und gleichen Sie es mit den Tarifen der verschiedenen Anbieter ab.
Programmierung: Wie viel Individualität ist gewünscht?
Wie viel Sie an Ihrer Website feilen möchten, hängt von Ihren Plänen ab. WordPress lässt sich schon für den Einstieg leicht bedienen, und Gestaltung wie Verwaltung gelingen ohne tiefe Technikkenntnis. Zugleich bleibt das CMS flexibel und lässt sich weit ausbauen.
Mit zahllosen kostenlosen Plugins und Widgets gestalten Sie Ihre WordPress Website frei, vom kleinen Auftritt bis zur großen Unternehmensseite oder zum WooCommerce Webshop. Wie individuell es am Ende wird, entscheiden vor allem die folgenden Bausteine.
WordPress selbst ist in PHP geschrieben. Über ein Child-Theme und die Datei functions.php ergänzen Sie eigene Funktionen in PHP, ohne das originale Theme oder den WordPress-Kern zu verändern.
Das Aussehen Ihrer Website steuern Sie über das Theme. Mit einem WordPress Theme legen Sie Layout, Farben und Typografie fest, oft ganz ohne Code. Wollen Sie tiefer eingreifen, nutzen Sie ein Child-Theme: Dort ändern Sie Vorlagen und Stile, während Updates des Haupt-Themes weiter funktionieren. So bleibt Ihre Gestaltung auch nach einer Aktualisierung erhalten.
Für den Feinschliff sorgt CSS. Über WordPress CSS verschieben Sie Abstände, passen Schriftgrößen an oder heben einzelne Elemente hervor. Viele Themes bringen dafür ein eigenes Eingabefeld mit, sodass Sie kleine Anpassungen ohne Umweg vornehmen.
Soll aus der Website ein Shop werden, erweitern Sie WordPress mit WooCommerce. Damit richten Sie Produkte, Warenkorb und Bezahlung ein und passen den Verkaufsprozess an Ihr Sortiment an.
Ältere Anbietervergleiche führen oft noch Perl, CGI und SSI auf. Für WordPress haben diese Techniken kaum Bedeutung, da das CMS auf PHP und MySQL aufbaut. Wer eine reine WordPress Website betreibt, kommt ohne sie aus und individualisiert über Themes, Plugins und PHP.
Sicherheit: Darauf sollten Sie achten
Beim Datenschutz möchten die wenigsten Abstriche machen, und das aus gutem Grund. Eine gehackte oder zeitweise nicht erreichbare Website kostet Vertrauen und im Zweifel auch Umsatz. Diese Sicherheitsmerkmale sollten Sie im Vergleich der Hosting-Pakete für WordPress prüfen.
Ein SSL-Zertifikat (Secure Sockets Layer) verschlüsselt die Daten auf dem Weg von Ihrer Website zu den Browsern Ihrer Besuchenden. Fehlt es, warnen Browser vor dem Seitenaufruf, was Vertrauen kostet. Sie erkennen ein gültiges Zertifikat am "https" vor der Internetadresse: Das "s" steht für die gesicherte Verbindung.
Über (S)FTP, das (Secure) File Transfer Protocol, übertragen Sie Dateien sicher auf den Server Ihrer Website. So laden Sie zum Beispiel Themes, Plugins oder Bilder hoch oder tauschen einzelne Dateien gezielt aus.
Veraltete WordPress-Versionen und Plugins zählen zu den häufigsten Einfallstoren für Angriffe. Automatische Updates schließen bekannte Sicherheitslücken, ohne dass Sie selbst eingreifen müssen.
Ein regelmäßiger Scan erkennt Schadcode und Schwachstellen früh. Auffälligkeiten melden wir samt Lösungsvorschlag per E-Mail. So reagieren Sie schnell, wenn etwas nicht stimmt.
Wo Ihre Website und alle zugehörigen Daten liegen, ist für den Datenschutz besonders wichtig. Rechenzentren in Deutschland unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die zu den strengsten weltweit zählt. Achten Sie bei anderen Anbietern darauf, wo die Daten liegen: Außerhalb der EU gelten oft schwächere Vorgaben.
Häufige Fragen
Wenn Sie sich für ein Hosting-Paket entscheiden, wird WordPress direkt von dem Hoster für Sie vorinstalliert und Sie erhalten zusätzlich mindestens eine Domain, ausreichend Webspace und E-Mail-Adressen kostenlos dazu. So ist Ihre WordPress Installation sofort einsatzbereit. Ein weiterer Vorteil von WordPress ist, dass es sehr nutzerfreundlich und die Bedienung schnell zu erlernen ist. Trotzdem bietet es viele Funktionen und Flexibilität für verschiedene Webprojekte.
Egal, für welchen Anbieter und welches Hosting-Paket für WordPress Sie sich entscheiden: Das CMS WordPress ist immer dasselbe. Die Tarife von Hosting-Anbietern unterscheiden sich in den Rahmenbedingungen wie dem verfügbaren Webspace, der Anzahl der bereitgestellten Domains sowie den E-Mail-Postfächern und den Sicherheitsstandards.
Grundsätzlich können Sie mit Ihrer Website jederzeit den Hoster wechseln. Ihre Domain können Sie dabei normalerweise behalten und mit umziehen. Im Hintergrund müssen alle Dateien und Datenbanken von einem Server auf einen anderen übertragen werden. Wenn Sie beispielsweise ein günstigeres Webhosting Angebot entdeckt haben und wechseln möchten, bietet der neue Anbieter meist Hilfe beim Umzug der Website an. Auch spezielle WordPress Plugins erleichtern den Wechsel.